Tag 7: Vom Wäscher zum Millionär - ein Besuch in der Beletage

Zu den interessanten Aspekten unserer Tour gehört ihre Vielseitigkeit. Neulich beim Promi-Golfturnier, später an der Armentafel, gestern knietief im Kuhmist und heute: in einer der höchsten Sphären, die die deutsche Wirtschaft zu bieten hat.

München, Hochhaustürme, verspiegelte Glasfassaden, Eingangskontrollen, hier kommt nur rein, wer nachweisen kann, dass er erwartet wird. Ein Mitarbeiter geleitet uns durch die Sperren zum Fahrstuhl, im Glaskasten rauf zum 38. Stock, rasend schnell entfernen wir uns vom Münchener Boden der Tatsachen, Türen auf: Chefetage. Noch ein Desk, noch eine Kontrolle, jetzt führt uns eine Mitarbeiterin in den Konferenzraum. Weiße Wände, weiße Tische, grauer Teppich. Tonlos läuft hinter den Fensterfassaden Münchener Wirklichkeit wie ein Film auf Riesenbildschirmen. Ganz hinten: Alpen. Hier drinnen: Stille. Ein leises, unerklärliches Quietschen. Wir essen Kekse. Eine Mitarbeiterin im Kostüm kommt rein, unser Gesprächspartner wird sich verspäten, wahrscheinlich so etwa sechzig Minuten. Die Kekse sind alle, die Aprikosen auf dem Obstteller steinhart. Die Hände kleben vom Ananasaufschneiden. Noch eine Tasse Kaffee? Kugelschreiber liegen in Mengen bereit, ohne Firmenwerbung. Es quietscht. Zeit vergeht. Was hier in diesem Raum wohl schon so alles besprochen worden ist. Stell dir vor, man könnte alle Worte von den Wänden hallen hören. Alle verhandelten Einzelschicksale auf den Riesenbildschirmen sehen. Ob sie die Zahl der Menschen übersteigt, die da unten zu Füssen unseres Hochhauses in München ihr Leben durchwandern? Irgendwann fällt uns auf, warum es quietscht. Die an der Decke aufgehängte Neonlampe pendelt hin und her. Es ist das Hochhaus, das im Wind schwankt.

Dann kommt Herr Berger.