Tag 5: Hotelodyssee

Von Stadt zu Stadt sind wir immer unterwegs auf dem Pfad der Sozialen Marktwirtschaft. Wir bewegen uns durch das ganze Land, lernen interessante Menschen kennen und spüren spannende Geschichten auf. Diese Tour macht viel Spaß, kostet aber auch viel Energie. Nach langen Drehtagen und aufwendigen Stunden im Schnitt freue ich mich jeden Abend auf den erholsamen Schlaf im Hotel, um Energie für den nächsten Tag zu sammeln.

Es ist schön im Hotel umsorgt zu werden und sich nicht am nächsten Morgen um das Frühstück kümmern zu müssen. Aber auch wenn man jede Nacht gut schlafen kann, so ist es doch stressig, dass wir nie lang an einem Ort bleiben, jeden Morgen die Koffer packen müssen und meist auch nicht viel Zeit zum Frühstücken haben. Wir alle stellen im Laufe der Tour fest, dass es sich im eigenen Bett doch am besten schläft.

Mittlerweile sind wir in so vielen Hotels in der ganzen Republik gewesen, dass man schon mathematisch begabt sein muss, um sich jeden Tag die neue Nummer seines Zimmers merken zu können. Ich selbst stand ungelogen schon dreimal vor der Tür eines anderen Hotelgastes und habe mit aller Gewalt versucht, die Tür mit meiner Schlüsselkarte zu öffnen. Später erst habe ich gemerkt, dass ich vergeblich versuchte in das Zimmer zu kommen, das die Nummer meines Zimmers aus der letzten Stadt hatte. Ich habe mir immer erst im Laufe des Tages meine Zimmernummer gemerkt, und so war diese noch in meinem Kopf, auch wenn wir schon wieder auf dem Weg in eine andere Stadt waren. Es ist aber auch wirklich gemein, dass auf den Hotelzimmerkarten keine Nummern stehen. Regelmäßig musste ich wieder runter an die Rezeption und nach meinem eigenen Raum fragen. Ganz schön peinlich.

Mittlerweile schreib ich mir manchmal die Nummer mit einem Kuli auf meine Hand, damit ich nicht wieder mit dem ganzen Gepäck runter laufen und in die schmunzelnden Gesichter der Rezeptionisten blicken muss.

So hab ich zumindest einen Trick gefunden, um mit diesem alltäglichen Problem der Tour fertig zu werden. Bisher hat es aber auch jeder von uns geschafft, am Ende des Tages in seinem eigenen Bett zu landen und noch eine Runde zu schlafen, um am nächsten Tag wieder fit für neue Geschichten zu sein.