Tag 4: Bei Wasser und Brot im Wohnmobil

Wieder einer dieser Tage. Müde habe ich mich aus dem Bett gekämpft, gefrühstückt und dann schnell mit dem Team zum Drehort. Eigentlich ein Tag wie jeder andere. So zumindest dachte ich. Der einzige Unterschied ist, dass ich heute nicht drehe, sondern mit unserem Cutter Jim neue Beiträge schneide. Schließlich sind wir ja nicht nur den ganzen Tag mit Drehen beschäftigt, sondern sichten die Filme und schneiden sie dann. Um ehrlich zu sein, dauert das meist viel länger als die Dreharbeiten.

Dass Jim und ich aber den ganzen Tag bei Wasser und Brot im Wohnmobil ausharren werden, ahnte ich am Morgen noch nicht. Die Anderen machen sich fröhlich an die Dreharbeiten und lassen uns im Wohnmobil auf einem Parkplatz in der Nähe zurück. Schnell machen wir uns an die Arbeit und kommen auch gut voran, doch nach einiger Zeit ist das Schauen auf den Bildschirm doch sehr anstrengend. Zwischendrin steckt immer mal wieder einer vom Team den Kopf zur Tür rein und berichtet, wie toll es ist, dass die Sonne heute scheint und dass sie heute endlich mal draußen in der Natur drehen. Jim und ich schauen uns an und nicken uns stumm zu. Wir wissen beide, dass wir diese Kommentare schnell vergessen müssen, sonst wird die Arbeit im mittlerweile heißen und stickigen Wohnmobil unerträglich.

In unserem "Schneideraum" fangen wir an, uns wie die echten Verlierer des Tages zu fühlen, als wir uns eine kurze Pause an der Sonne gönnen und merken, dass alle einen traumhaften Tag draußen verbracht haben. Aber egal, da müssen wir durch, schließlich geht's ums Projekt! Lange hält diese Motivation aber nicht, denn nach endlos erscheinender Arbeit knurren unsere Mägen hörbar, doch weit und breit ist kein Restaurant. Während Jim die letzten Feinheiten beim Schnitt macht, begebe ich mich auf die Suche nach Nahrung im Wohnmobil. Und siehe da, wir finden noch ein Stück Kuchen vom Frühstücksbuffet und einen Apfel. Gerecht teilen wir die letzten Reserven.

Bald darauf kommen dann auch die anderen und berichten von ihrem sonnenverwöhnten Tag. Ach ja, gegessen hatten sie natürlich auch schon - bei einem großen Buffet am Drehort.

13.10.2009 | Wellenartig

Hallo Sophie!

So ist es immer. Mal reiten wir auf der Welle, mal warten wir im Tal darauf, wieder von der nächsten Welle empor gehoben zu werden.

Von Vorteil, wenn wir das Warten dazu nuzten, dass Hilfreiche in dem zu erkenne, was wir erleben. Oftmals ohne uns dabie bewusst zu sein, dass wir das auch erleben müssen, wen wir weiterhin wachsen, bewusster werden, uns wandeln wollen.

Macnhmal erscheint ein ganzer tag als Griff ins Klo. Doch wenn dabei das verstopfte Rohr gereinigt wird, ist der Griff ins Klo es wert gewesen.

Und eure Arbeit ist es definitiv wert, meine ich, auch mal die realen Sonnenstraheln draußen zu lassen, um die Sonne im Herzen in einem stickigen Wohnmobil zu polieren. :o)

Liebe Grüße
Axel

21.09.2009 | Komparsin und Kleindarstellerin

ja, ihr Lieben, da geht es Euch genauso wie den Komparsen,:-) das große Buffett ist nicht für die "kleinen Leute", auch wenn man Euch genauso braucht wie uns beim Film, denn ohne die Menschen im Hintergrund gäbe es den Film gar nicht.
Aber tröstet Euch von Eurem Lohn könnt Ihr Euch dann lecker ne Pizza bestellen, wir bringen uns lieber ne Stulle mit, aber dafür können wir das Wetter genießen, wenn`s denn mal schön ist, denn Kälte und Regentage gibts ja bei 10 Stundendrehtage auch und dann habt Ihr wieder den Daumen oben und sitzt im schönen Wohnmobil, alles Klärchen :-) LG aus Berlin