Tag 15: Gehe über Los…

Als Kind musste ich meiner Schwester beim Monopoly-Spielen immer Geld leihen, damit wir weitermachen konnten – sie hatte es schnell verzockt, indem sie hemmungs- und planlos Straßen kaufte. Obwohl es nur Spielgeld war, ging ich damit so sorgfältig um wie mit meinem Taschengeld. Ich kalkulierte genau, kaufte Straßen nach Farben, um dann Häuser darauf bauen zu dürfen, und hielt immer einen Notvorrat zurück. Eigentlich so wie heute auch noch.

Geld ist zum Leben da, ich gebe es gerne aus für Reisen, guten Käse, eine dschungelwürdige Balkonbepflanzung oder ein Geschenk. Trotzdem kann ich nicht aus meiner Haut. Das strenge Haushalten gebe ich gerne auf, wenn mein (als freie Journalistin sehr variabler) Kontostand das erlaubt – aber über unverschämte Preise rege ich mich nach wie vor auf.

9 Euro für ein Glas Sekt in Rom mit Blick auf die Spanische Treppe, selbst ein Glas Wasser noch für 5 Euro? Ich bin doch nicht bescheuert! Mein Liebster und ich drehten wieder um und investierten das Geld lieber gut gelaunt in einen Chianti-Abend mit göttlichen Vorspeisen.

Die Schlossallee? Brauch’ ich nicht. Manchmal tun’s auch die Bahnhöfe.