Tag 14: Die Kunst zu leben

Wir tanzen und lassen es uns gut gehen – mal ein privater Termin auf dem Weinfest in der Pfalz. Zu alten Klassikern der Beatles wird ausgelassen mitgesungen. Die Musiker auf der Bühne schmettern die Songs mit großer Hingabe und Leidenschaft. Für sie ist Applaus der größte Lohn. Für ihren Traumjob sind sie bereit eine Menge Opfer zu bringen. Viel Geld brauchen sie nicht zum Leben, sagen die meisten. Sie schlagen sich meist am Rande des Existenzminimums durch und sind doch glücklich mit ihrer Kunst.

Wie aber kommen sie über die Runden? Wie sieht es aus, wenn sie mal nicht mehr Musik machen können. Wie geht es überhaupt Künstlern, die nie den großen Durchbruch schaffen? Ist ihnen die Selbstverwirklichung wichtiger als ihre Sicherheit?

Viele von ihnen geben zu, dass sie zwar mit wenig zufrieden sind, aber doch oft einen zweiten, einen „echten“ Job, haben, mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Immerhin eine gute Lösung, um Leidenschaft und Sicherheit zu verbinden. Oder aber sie sichern sich durch die KSK (Künstlersozialkasse) ab und erhalten da, ähnlich wie jeder andere Arbeitnehmer auch, die wichtigsten Versicherungsleistungen. Da können alle, die auf Dauer als Künstler tätig sind, immerhin ein Mindestmaß an Sicherheit erreichen. Auch Kunstschaffende lehnen die Sicherheit ja nicht ab, sondern sind nur einfach bereit, unsicherer zu leben, um ihrer Kunst zu frönen.

In Zeiten der Krise sparen die Leute zwar an der Musik, dem Theater, dem Kino und allem anderen Entertainment am meisten, aber viele Künstler haben ja geradezu permanent ein Leben am Rande der (privaten) Finanzkrise. Vielleicht gehen sie deshalb so gelassen mit der Situation um. Kein Grund, den Blues zu spielen. Schauen wir uns doch ein bisschen Lebenskunst von ihnen ab!