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Tag 13: Kapitales Missverständnis
Wer Kapitalbedarf hat, der muss sich Kapitalgeber suchen, dachte ich mir so im Hotel am Westrand von Köln. Also fragte ich vor dem Frühstück den Mann an der Rezeption, ob er wisse, wo ich „Das Kapital“ bekäme. Er sagte, das würde er für mich rausfinden, ich sollte erstmal in Ruhe essen.
Nach dem Kaffee erwartete er mich und winkte mir freudig zu. Ja, er sei für mich fündig geworden, sagte er mit sichtlichen Stolz, ich könne es an der Tankstelle um die Ecke bekommen, die habe sogar jetzt schon auf. Ich war verwundert. „Wirklich? Die ungekürzte Originalfassung an der Tankstelle.“ „Ja“, grinste er,“ die neueste Ausgabe.“
Der Tankwart war ratlos. „Mer ham wat von Charlotte Roche und ne janze Reihe Hörrbüüscher. Aber vonne Marx ham mer jarantiert nischts, hömma, wer solln dett uff der Autofahrrt auch leesn, Jung?“ Ich schämte mich, sagte, ich hätte mich ja auch gewundert, aber der Mann von der Rezeption habe doch extra angerufen. „Ach so,“ ist mein Gegenüber erleichtert, „ja der het anjerufen. Aber der wollt’ doch diese Wiirtschaftszeitung Capital haben.“
Kein Wunder, dass der Kapitalmarkt in der Krise steckt.

26.10.2009 | Axel Dörken
Geil!
Der Bericht über den Herrn Lehrer und auch, die Freudsche Fehlleistung hier. Wenn auch in einen Satz gepackt, so doch zusammenhangslos gemeint.
Danke!
Liebe Grüße
Axel
27.08.2009 | olli the king
das is mal eine geile geschichte. kann zwar mit eurem auftraggeber mal so gar nichts anfangen, aber ihr seid mir sympathisch. coole idee, diese reise.